Am 05.12.2016 machten wir, die Klasse 8b des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG), im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichtes mit unserem Lehrer Herrn Wagner eine Exkursion ins Gernsbacher Rathaus. Im Gemeindesaal wurden wir von Bürgermeister Dieter Knittel begrüßt und durften ihm dort unsere Fragen zum Thema Politik in Gernsbach stellen.

Zu Beginn interessierte uns die finanzielle Lage der Stadt. Wie uns Herr Knittel berichtete, habe sich die Finanzsituation seit 2001, als Gernsbach große Probleme hatte, deutlich verbessert, so dass es Gernsbach heute gut gehe. Die Papierindustrie bringe der Stadt gute Gewerbesteuereinnahmen, jedoch sei die Einkommenssteuer die größte Einnahmequelle. Es gebe aber auch viele finanzielle Aufgaben, wie zum Beispiel die Schulen, die Kindergärten und die Schwimmbäder. Probleme bereite der Stadt unter anderem der vergiftete Boden des Pfleiderer Areals und auch die Integration der Flüchtlinge stelle die Stadt vor Herausforderungen.

Herr Knittel ist überzeugt, dass sich Gernsbach in der Flüchtlingspolitik richtig verhalten habe, weil man Menschen helfen müsse. In Gernsbach leben ca. 220 Menschen in Flüchtlingsunterkünften und ca. 30 in Anschlussunterkünften. Das sei eine der höchsten Erstaufnahmequoten im Landkreis Rastatt. Finanziell werde Gernsbach dadurch aber kaum belastet, da Bund und Land die Kosten tragen würden.

Ein weiteres für uns wichtiges Thema ist die Schulpolitik. Da viele Politiker die Schulform Gymnasium für nicht mehr zeitgemäß halten, interessierte uns natürlich auch Herrn Knittels Meinung zum Thema Schulen in Gernsbach. Er versicherte uns, dass wir uns keine Sorgen um das ASG machen müssten, weil Gernsbach ein attraktiver Schul- und Bildungsstandort bleiben müsse und dafür immer gekämpft werden würde. Wichtig sei natürlich auch, dass genug Schüler kommen, da eine Schule mit zu wenigen Schülern nicht tragbar sei. Eine eigene Sporthalle beim ASG wird es wohl eher nicht geben. Dies wäre sehr teuer und würde zu viel Freifläche in Anspruch nehmen.

Abschließend gab uns Herr Knittel noch Einblicke, wie er Bürgermeister geworden ist und was er für Pläne nach Ende seiner Amtszeit hat. Auf jeden Fall möchte er in Gernsbach bleiben, da er hier fest verwurzelt ist.

Wir bedanken uns bei Herrn Knittel, dass er sich die  Zeit für uns genommen hat sowie für die informativen Antworten auf unsere Fragen. Für uns war es eine interessante Erfahrung, „Politik zum Anfassen“ zu erleben.

 Julia Knigge und Alicia Hochstuhl (8b)