Bereits zum 9. Mal lud das Albert-Schweitzer-Gymnasium zu seinem großen Adventsbasar ein, dessen Erlös Hilfsprojekten in Kenia und Madagaskar zugute kommt.

Schon Wochen im Voraus bastelten und bucken alle Klassen gemeinsam mit ihren Klassenlehrern und Eltern für die große Veranstaltung. Das stärkt die Schulgemeinschaft, fördert die Vorfreude auf Weihnachten und jeder trägt seinen Teil bei, das Leitbild der Schule „Soziale Verantwortung in der Einen Welt“ umzusetzen. Schulleiter Stefan Beil freute sich über die vielen weihnachtlichen Angebote und eifrigen Schüler, die diesen Basar möglich gemacht haben. Die vielen Gäste waren Zeichen, dass der ASG-Adventsbasar einen festen Bestandteil der Vorweihnachtszeit für Gernsbach und die umliegenden Gemeinden bildet.

Die Gesamtorganisation übernahm der Seminarkurs "Eventmanagement"

Gesamtergebnis: 5264,93€

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Johanna Schmider wird Preisträgerin

Jury (von links): Judith Blum, Sabine Katz, Ulrich Freist, Tobias Metzner (vorne rechts)

ASG-Finalisten (von links): Janina Klenk, Rune Götsch, Amelie Reik, Noah Weiler, Nicolas Lux, Johanna Schmider

Seit 59 Jahren besteht der von der Kultusministerkonferenz empfohlene Vorlesewettbewerb, an dem jährlich 600 000 Kinder aus 7200 Schulen teilnehmen. „Begeisterung für Geschichten zu erwecken und die Faszination des Erzählens zu vermitteln“, war 1959 die Grundidee des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, so dessen Vorsteher Heinrich Riethmüller. „Nur wer liest, kann  verstehen, denn Lesen ist die Grundlage aller Bildung. Im Mittelpunkt des Vorlesewettbewerbs stehen Lesefreude und Lesemotivation.“

Organisiert wurde der diesjährige ASG-Vorlesewettbewerb von den Deutschlehrern der Klassenstufe 6: Jeanette Pacyna (6a) und Christoph Haas (6b). In Vorbereitung auf das schulische Finale werden zunächst klassenintern je drei Kandidaten von ihren Klassenkameraden ausgewählt, die gegen die von den Parallelklassen ausgewählten Vorleser antreten. Mit Bewertungsbögen achten die Klassenkameraden darauf, wen sie für ihre Klasse zur Endausscheidung schicken. Es können maximal 15 Punkte für drei verschiedene Kategorien vergeben werden: 1. Lesetechnik, 2. Auswahl der Textstelle und 3. sprachliche Interpretation der ausgewählten Textstelle.

Im Finale tragen die Schüler eine Leseprobe aus einem Jugendbuch ihrer Wahl vor, danach lesen sie eine fremde Textstelle.

Auf der klassenübergreifenden Stufe bestimmt dann eine Jury (Sabine Katz (Bücherstube), Ulrich Freist (Leiter der Stadtbibliothek Gaggenau), Judith Blum (ASG-Deutschlehrerin) und Tobias Metzner (Kl. 6 – Vorjahressieger des ASG-Vorlesewettbewerbs) den Preisträger.

Am 13. Dezember 2018 traten die Finalisten der zwei 6. Klassen an: 6a: Nicolas Lux, Amelie Reik, Noah Weiler; 6 b: Rune Götsch (in Vertretung für Fiona Oetker-Kast, die leider erkrankt war), Janina Klenk, Johanna Schmider. Die Jury kürte Johanna Schmider mit dem ASG-Vorlesepreis. Nun geht es für die junge Preisträgerin auf Kreisebene weiter. Das ASG wünscht viel Erfolg!

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

 

am Dienstag, den 05.02.19, findet für die Klassenstufen 5-K1 unser diesjähriger Wintersporttag in einer veränderten Konzeption statt.

 

In den letzten Jahren hat sich leider gezeigt, dass die Schneeverhältnisse in der Region nicht ausreichend waren, um den Wintersporttag zuverlässig stattfinden zu lassen. Die Organisation für einen Winterporttag der gesamten Schule erfordert jedoch eine langfristige Planung, die eine spontane Anpassung an die Witterungsverhältnisse leider nicht möglich macht. Deshalb haben wir uns für den Feldberg als Ski- und Snowboardgebiet und das Naturparkzentrum Ruhestein und die Ruhesteinlifte als Partner entschieden, da dort sicherere Schneebedingungen vorherrschen.

 

Die folgende Konzeption ist geplant:

  • Die Klassenstufen 5 und 6 fahren geschlossen mit der S-Bahn nach Baiersbronn zur Eislaufhalle.
  • Die Klassenstufen 7 bis K1 wählen zwischen einer der folgenden Wintersportarten, die in Baiersbronn, am Feldberg und am Ruhestein

Aus der nachfolgenden Tabelle können Sie die vorläufigen Details zu den einzelnen Sportarten entnehmen.

 

Sportart

Eislaufen

Rodeln

Mountain Adventure Hiking

Ski/Snowboard

Ort

Baiersbronn

Eislaufhalle

Naturparkzentrum Ruhestein

Naturparkzentrum Ruhestein

Skigebiet Feldberg

Seebuck/Herzogenhorn

Begleitung

Begleitung durch Lehrer des ASG

Begleitung durch Lehrer des ASG

Begleitung durch Naturpark-Ranger und Lehrer des ASG

Begleitung durch Sportlehrkräfte des ASG

Zeitrahmen

8.00 bis 14.00 Uhr

8.00 bis 14.00 Uhr

 8.00 - 14.00 Uhr

7.00  bis  18.00 Uhr

Kosten

12 Euro

12 Euro

 15 Euro

 37 Euro ① /

 45 Euro ② - Kurspaket

 

Hin- und Rückfahrt, Schlittschuhausleihe und Eintritt

Hin- und Rückfahrt, Nutzung der Rodelbahn am Ruhestein

 Hin- und Rückfahrt, Schneeschuhwanderung, Schneeschuhausleihe

① Ohne Ausleihe - eigene Ski/Snowboard

Hin- und Rückfahrt

S-Bahn

Bus

 Bus

Bus

 

② - Snowboardkurs Anfänger – 45 Euro  (Hin- und Rückfahrt ; 3h Snowboardkurs, Ausleihe

      Snowboard und Liftpass;  Skigebiet je nach Schneelage) 

 

Viele Grüße vom Organisationsteam      Hr. Haas, Hr. Arimont, Hr. Löbbicke

Am 5. Dezember 2018 ermöglichte Ulrike Brasseur, die Leiterin des Bereichs Duale Hochschule beim Mercedes-Benz-Werk Gaggenau, interessierten Schülerinnen und Schülern der K1 erste Einblicke in das Themenfeld „Bewerbung“. Den Wünschen der Jugendlichen entsprechend lag der Schwerpunkt des Nachmittags auf den Themen Auftreten und Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch.

Als zentral stellte Frau Brasseur heraus, dass man sich vor einem Bewerbungsgespräch zunächst über eigene Interessen, Stärken, Schwächen und Lebenspläne klar werden müsse – nur so könne man überzeugend auftreten und auch beurteilen, ob eine bestimmte Firma überhaupt zu einem selbst passt. In einem Vorstellungsgespräch solle man adäquat zu der Stelle auftreten, auf die man sich bewirbt, aber auch wenn es in Teilen dazugehöre, eine Rolle zu spielen, sei es doch immer wichtig, authentisch zu bleiben.

Neben Themen wie angemessener Kleidung, typischen Fragen im Vorstellungsgespräch und dem Ablauf eines Assessment-Centers blieb viel Raum für die Fragen der Schülerinnen und Schüler.

(RÖN) Bei frostigen Temperaturen unternahmen 23 gut gelaunte, lesehungrige (und auch sonst hungrige) Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b in Begleitung von Frau Rönsch und Herrn Kleinbub am Dienstag, den 20.11. im Rahmen des Deutschunterrichts einen Ausflug nach Gaggenau in die Stadtbibliothek.

Dort stellte auf Einladung von Frau Grittmann, der Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, die Autorin Stefanie Höfler ihren Roman „Mein Sommer mit Mucks“ vor und zog mit ihren kleinen Lesesequenzen, an die sich kurzweilige Fragerunden anschlossen, alle Zuschauer in den Bann.

Der 2016 für den Jugendliteraturpreis nominierte Roman handelt von der beginnenden Freundschaft zwischen dem Mädchen Zonja und dem Jungen Mucks, die sich in ihren Sommerferien im Schwimmbad kennenlernen. Zonja findet schnell heraus, dass Mucks irgendein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt, über das er nicht sprechen will.

Mit einer Ahnung von dem, was nicht stimmt, und der unbändigen Lust weiterzulesen endete für die Klasse die einstündige Veranstaltung.

Erst nachdem alle mindestens ein Autogramm von Frau Höfler erhalten hatten, konnte die Heimreise nach Gernsbach angetreten werden.

Lustigerweise konnte die Unterhaltung mit Frau Höfler in der Bahn fortgesetzt werden, da diese ebenfalls im Murgtal beheimatet ist.

Dieser besondere Schulvormittag war für alle ein großes Vergnügen.

 

 

Spanienaustausch


 

Spanienaustausch 07.-14. November 2018 mit 27 Schülern und Schülerinnen der Klassenstufe 10 und den begleitenden Lehrerinnen Frau Huber und Frau Magschok

 

Miércoles, 7 de noviembre: Ankunft in den Gastfamilien

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Juéves, 8 de noviembre: Stadtführung durch Pinto

Viernes, 9 de noviembre: Ausflug nach Aranjuez

 

Sábado, 10 de noviembre: Tag in der Gastfamilie

Am Samstagmorgen um ca. 10 Uhr sind ein paar der deutschen Schüler zusammen mit ihren spanischen Austauschpartnern zum Frühstücken in ein Café gegangen und haben dort Chocolate con Churros gegessen. Danach sind sie zum Einkaufszentrum von Pinto, dem „Plaza Éboli“ gelaufen und haben sich dort in verschiedenen Läden umgeschaut. Ungefähr um 14 Uhr gab es in den einzelnen Familien ein hausgemachtes Mittagessen, weshalb die Schüler mit ihren Austauschpartnern nach Hause zu ihren Familien gingen. Um 17 Uhr trafen sich drei der Schüler zusammen mit ihren Austauschpartnern und fuhren zu einer Bowlinghalle, die sich in einem großen Einkaufszentrum in einem Nachbarort von Pinto befand. Dort spielten sie Bowling und liefen ein wenig durch das Einkaufszentrum. Den Rest des Abends verbrachten sie zusammen mit ein paar anderen aus der Gruppe in Pinto.

Moritz

 

Domingo, 11 de noviembre, Warner-Freizeitpark und Tag in der Gastfamilie

Genau wie am Samstag hatten wir an diesem Tag Freizeit in unseren spanischen Austauschfamilien. Eine Gruppe der Spanier und Spanierinnen hatte sich dafür entschieden, mit ihren deutschen Austauschpartnern den Freizeitpark Warner in der Nähe von Madrid zu besuchen. Nach dem Frühstück mit unseren Gastfamilien machten wir uns um 11 auf den Weg zum Warnerpark. Die Fahrt mit dem Bus dauerte ungefähr 25 Minuten. Als wir dort ankamen, führten uns unsere Spanier durch die 4 Bereiche, die im Park thematisiert werden wie z.B. Gotham City und ihre Superhelden oder den Wilden Westen. Der Park bietet viele Attraktionen für Adrenalinjunkies wie z.B. die Achterbahn "Stunt Fall", jedoch gibt es auch entspannende Fahrgeschäfte wie z.B. das Kettenkarussell von "Mr. Freeze". Zum Glück war an diesem Tag nicht viel los, somit die Wartezeit maximal nur 5 Minuten betrug. Um die Mittagszeit herum machten wir eine Pause, um unsere von den Gastfamilien mitgegebenen Bocadillos zu essen. Nach weiteren Stunden, die wir im Park verbrachten, schauten wir am Abend als Highlight eine Autoshow an, in der Männer und Frauen ihr Können auf Motorrädern oder in Autos bewiesen. Nach diesem schönen und gelungenen Tag fuhren wir um 21 Uhr wieder zurück nach Pinto, um den Abend in unseren Gastfamilien zu verbringen.

Luise, Fiona, Sophie, Emely, Lola, Amelie

 

 

Lunes, 12 de noviembre: Stadtführung durch Madrid

Am Montag, dem zwölften November, startete der Tag damit, dass sich die deutschen Schüler um halb zehn am Bahnhof von Pinto trafen. Während sie zusammen nach Madrid fuhren, nahmen ihre Austauschpartner am Unterricht teil. Nach Plan sollten die deutschen Schüler eigentlich bevor sie ein Museum besuchten, Sehenswürdigkeiten besichtigen, doch da das Wetter nicht mitspielte durften sie bis 11:35 ihre Zeit in einer Einkaufsstraße verbringen. Pünktlich liefen sie dann los, um das Museum del Prado, welches eines der größten Kunstmuseen der Welt ist, um 12 Uhr besichtigen zu können. In diesem wurden den Schülern unzählige, eindrucksvolle Gemälde gezeigt, dessen Hintergrund sie auch erklärt bekamen. Um 14 Uhr trafen sich die Austauschschüler wieder und liefen gemeinsam zu einem Park um dort zu picknicken. Nach der Pause ging es ab in die Innenstadt von Madrid und es wurden die wichtigsten Monumente und Sehenswürdigkeiten besichtigt. Bis um 18 Uhr hatten die Schüler noch Zeit, sich in Madrid in kleinen Gruppen aufzuhalten, um danach mit der Bahn zurück nach Pinto zu fahren.

Sarah

 

 

Martes, 13 de noviembre: Stadtführung und –rallye durch Toledo

Am Dienstag den 13. November, dem letzten vollständigen Tag in Spanien, stand die Besichtigung der historisch geprägten Stadt Toledo, 65km südwestlich von Madrid entfernt, auf dem Plan. Wir trafen uns gemeinsam mit unseren spanischen Austauschpartnern kurz vor neun an der Schule in Pinto, welche die spanischen Schüler besuchen, so dass wir pünktlich um neun alle zusammen mit dem Reisebus in Richtung Toledo losfahren konnten. Nach ca. 45 Minuten Fahrzeit hatten wir unser Ziel erreicht. Vor uns lag die „Puente San Martín“, eine mittelalterliche Brücke, die den Fluss „Tajo“ überspannt. Wir überquerten die Brücke, um nach einem kurzen Spaziergang zu einer Synagoge im ehemaligen Judenviertel von Toledo zu gelangen. Wir besichtigten diese Synagoge namens „El Tránsito“. Die ehemalige Synagoge dient heute als Museum und informiert über die Geschichte der Juden in Spanien. In zwei Besucher-Gruppen besuchten wir danach das „El Greco“ Museum, welches sich direkt neben der Synagoge befindet. Das Museum stellt einige Kunstwerke des Malers „El Greco“ aus. Zugleich stellt das Museum eine Kopie des Hauses von Greco dar, welches im Original nicht mehr existiert. Der Künstler ist auf Kreta geboren, lebte aber einige Zeit in Toledo.
Die kurze Pause während man auf die andere Gruppe wartete bot gute Gelegenheit, sein Vesper, welches wir von den Gastfamilien am Morgen bekamen, zu essen.
Nachdem alle wieder gestärkt waren liefen wir zurück zur Brücke, an der wir gestartet waren. Dort konnte man schon eine Zipline über den Fluss „Tajo“ entdecken, welche parallel zur Brücke verläuft. Aufgeteilt in drei Gruppen konnten wir den Fluss mit der Seilrutsche überqueren, indem jeder einzeln mit Hilfe eines Gurtes an dem Seil befestigt wurde. Mit 180 Metern ist die Zipline die längste innerstädtische Seilrutsche in Europa. Wer gerade nicht dran war konnte das perfekt sonnige Wetter ausnutzen und sich in ein Café setzen.

 

 

Am Nachmittag besuchten wir alle die andere Seite, den kommerzielleren Teil der Stadt. Hier gab es viele Souvenirshops und Einkaufsläden. Der Weg dorthin war ein wenig beschwerlich, da die Straßen ausschließlich aus Kopfsteinpflaster bestehen und es entweder sehr steil bergauf oder bergab geht. Wir formten dann mit unseren Spaniern Kleingruppen und bekamen bei dieser Stadtralley die Aufgabe, zu verschiedenen Monumenten zu gehen und uns kurz über diese zu informieren. Um 16:30 Uhr trafen wir uns wieder am „Plaza de Zocodover“ um gemeinsam zum Bus zurückzulaufen. Bevor wir aber nach Pinto zurückkehrten machten wir noch einen kleinen Abstecher an einem der schönsten Aussichtsplätze von Toledo. Von dort aus konnte man über die ganze Stadt schauen und perfekte Bilder schießen. Gegen 18 Uhr waren wir dann zurück in Pinto. Um 19:30 Uhr fand noch eine Abschlussparty, organisiert von den spanischen Schülern, in Pinto statt. Mit einer Trampolinhalle, Billard, Tischkicker und vor allem lauter Musik konnten wir noch einmal einen schönen Abschluss mit den Spaniern feiern.
An diesem Tag haben wir viele Impressionen und bleibende Erinnerungen gewonnen.

Alina

 

 


 

Vortrag des Holocaust Überlebenden Herrn Dr. Kurt Salomon Maier am 24. Oktober 2018


 

Nichts hält etwas intensiver in der Erinnerung fest, als der Wunsch es zu vergessen.

(Michel de Montaigne (1533 – 1592), französischer Philosoph und Essayist)

 

Als am 22. Oktober 1940 in Baden die Deportationen der Juden begannen, war davon auch die Familie von Kurt Salomon Maier aus dem kleinen Ort Kippenheim im Ortenaukreis betroffen. Insgesamt 5 600 Juden wurden damals – vor 78 Jahren – aus den badischen Gebieten ins Konzentrationslager im südfranzösischen Gurs gebracht. Herr Maier hat somit am eigenen Leib erfahren, was so vielen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus widerfahren ist.

Von diesen Erfahrungen und den Erlebnissen vor bzw. während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland berichtete Herr Maier am Mittwoch, den 24. Oktober 2018 – und somit fast auf den Tag genau 78 Jahre nach der Deportation – in einem Vortrag in der Realschule Gernsbach, an dem auch die Klassen 9a und 9b des ASG Gernsbach mit ihren Lehrern Frau Guth und Herr Krauth teilnehmen konnten.

Zeitzeugenberichte sind seit jeher ein wichtiger und lehrreicher Bestandteil der Geschichtswissenschaft, da sie uns ermöglichen aus erster Hand die Geschehnisse der jeweiligen Zeit nachzuvollziehen und zu erfahren. Aufgrund der fortschreitenden Zeit wird es jedoch immer schwieriger Menschen zu finden, die Zeit im Dritten Reich selbst erlebt haben. Daher ist dies wahrscheinlich eine der letzten Möglichkeiten an Informationen von Zeitzeugen zu kommen und für die Schüler eine einzigartige Gelegenheit.

 

Herr Maier begann seinen Vortrag mit einem Abriss über seine Familiengeschichte vor 1933, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Die Familie war fest verwurzelt im badischen Kippenheim, wo Herr Maier im Jahr 1930 geboren wurde. Gestützt durch zahlreiche Photographien seiner Familie aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, schilderte Herr Maier anschaulich und ausführlich, wie integriert die Familie in Kippenheim war. Er machte auch deutlich, dass es keinerlei Religionsunterschiede gab und dass Juden und Christen gemeinsam lebten und gemeinsam in katholische bzw. evangelische Schulen und Vereine gingen bzw. in diesen auch aktiv waren. Ein Teil der Familie war bereits vor dem Ersten Weltkrieg in die USA, nach Texas, ausgewandert, was sich für die Familie als Glücksfall erweisen sollte.

Im Januar 1933, nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, änderte sich das Leben der Juden in Deutschland – auch im beschaulichen badischen Kippenheim. Was zunächst mit Schikanen und kleineren Repressalien gegen Juden begann, steigerte sich in den folgenden Jahren zusehends. Vielen Juden aus Kippenheim gelang in jenen ersten Jahren noch die Flucht in die USA, doch der Vater von Herrn Maier hatte die Hoffnung, dass sich die Lage nicht so schlimm entwickeln würde, was dann aber doch der Fall war. Dennoch verblieb die Familie in Deutschland. Anschaulich dargestellt, zeigte Herr Maier auf zahlriechen Bildern, welches Bild die Nationalsozialisten von den Juden zeichneten, was auch in den Schulen gelehrt wurde. Der Antisemitismus in Deutschland begann somit – staatlich vorgeschrieben – schon sehr früh und steigerte sich dadurch, dass alle Juden einen Namenszusatz und den Buchstaben „J“ in den Pass gestempelt bekamen. Ihnen war es auch nicht mehr erlaubt die öffentlichen Schulen zu besuchen, sodass Herr Maier nach Freiburg auf eine jüdische Schule gehen musste. Einen Höhepunkt des Antisemitismus beschrieb Herr Maier mit Bildern der zerstörten Synagoge in Baden-Baden im Zusammenhang mit den Ereignissen der Reichsprogromnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Auch das Auswandern nach Amerika gestaltete sich immer schwieriger, da durch die greifenden politisch angeordneten Enteignungen der deutschen jüdischen Bevölkerung meist das Visum oder das nötige Geld fehlten.

Ausführlich beschrieb Herr Maier den 22. Oktober 1940, als alle Juden in Kippenheim – wie auch überall sonst in Baden – zusammengetrieben wurden und nur mit einem Koffer und den nötigsten Habseligkeiten auf Lastwagen verfrachtet wurden, während die Nachbarn dem Spektakel beiwohnten. Obwohl Aufnahmen der Deportation der Juden verboten waren, gab es einen Photographen, der Bilder machte, diese aber nie veröffentlichte. Erst nach seinem Tod fand seine Witwe 1995 die Aufnahmen und so konnte Herr Maier den Schülerinnen und Schüler diese einzigartigen Bilder vom 22. Oktober 1940 zeigen.

Über Offenburg ging es dann auf Zügen nach Südfrankreich, an die Grenze zu Spanien, wo sich das Konzentrationslager Gurs befand. Da viele Juden nicht mit einer solchen „langen“ Reise gerechnet hatten, waren sie nur mit wenigen Habseligkeiten zusammengekommen. Auf der Reise nach Gurs gab es weder Essen noch Trinken und so mussten sie ohne Nahrung auskommen, es sei denn, sie hatten sich selbst etwas mitgebracht. Im Lager Gurs erwiesen sich die Zustände als katastrophal: Jeden Tag regnete es, es gab keine Betten für die Menschen, die dort eingesperrt wurden, kein Geschirr, kein Besteck und nur eine primitive Ausstattung des Notwendigsten. Aus diesem Grund starben viele Menschen – z.B. Herr Maiers Großvater – oder erkrankten, wie Herr Maier selbst, an Diphterie. Aus der Zeit in Gurs fehlten Herr Maier jegliche Bilder, da es solche nicht gab. Das einzige Andenken ist eine Notiz aus dem Krankenlager, die bestätigte, dass er gesund sei. Nichtsdestotrotz waren die Schilderungen Herrn Maiers so lebendig und emotional, dass alle Anwesenden einen Einblick in die Zeit im Lager Gurs bekamen.

Aufgrund ihrer engen Kontakte mit der Verwandtschaft in Amerika, die auch während der Zeit ihrer Inhaftierung im Lager Gurs nicht abbrach, gelang es der Familie von Herrn Maier in Marseille ein Visum für Amerika zu bekommen und Plätze auf einem portugiesischen Schiffe, welches sie dann in die USA brachte. Da die Vereinigten Staaten von Amerika zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Zweiten Weltkrieg beteiligt waren, war dieser Weg der einzige noch mögliche, den Gräueltaten der Nationalsozialisten, die kurz danach folgten, zu entkommen. In Amerika konnte sich die Familie dann ein neues und sicheres Leben aufbauen und noch heute lebt Herr Maier dort – zunächst in New York und jetzt in Washington, wo er in der Library of Congress arbeitet. Seit 14 Jahren fühlt sich Herr Maier erst in der Lage über die Erlebnisse seiner Kindheit öffentlich zu reden und bereist dazu jedes Jahr im Oktober Deutschland, wo er sehr willkommen ist, um vor Publikum über sein Leben zu berichten – so auch am 24. Oktober in Gernsbach.

 

.. sind in der Galerie verfügbar. Dazu müsst ihr euch allerdings registrieren und nach dem Bestätigen der E-Mail-Adresse und der Freischaltung eures Accounts mit eurem selbst gewählten Passwort anmelden.

Viel Spaß.

Hier finden Sie uns...

Otto-Hahn-Straße 4, 

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Tel: 07224/9919910
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